Aktuell

Interview zum Studiengang Master of Business Administration (MBA) an der GoBS mit Prof. Dr. Ulf Schneider

Prof. Dr. Ulf Schneider von der GoBS
Prof. Dr. Ulf Schneider

Was lehren Sie im MBA-Studiengang der GoBS?

Ich bin für das Modul „Human Resources“ in englischer Sprache zuständig.

Wie sind Sie zur GoBS gekommen?

Nach meinem betriebswirtschaftlichen Studium war ich vier Jahre als Assistent an der Technischen Universität in Berlin tätig. Die Lehre hat mir viel Spaß gemacht. Nach einem weiteren Studium in Kanada und vielen Jahren in der beruflichen Praxis kam Professor Cezanne, mein Zweitgutachter von der Promotion, auf mich zu und fragte, ob ich für die German open Business School, die neue Hochschule in Berlin, tätig werden wolle. Ich habe sofort zugesagt. Es ist zwar anstrengend, beruflich global tätig zu sein und gleichzeitig zu lehren, aber die Arbeit mit den Studierenden empfinde ich als große Bereicherung. Es macht Spaß, in verschiedenen Welten zu Hause zu sein: sowohl in Deutschland und den USA als auch im Akademischen und in der Wirtschaft.

Was sind Ihre Forschungsschwerpunkte?

Ich habe großes Interesse am Coaching und bin selbst ausgebildeter Coach. Es gibt dabei einen starken praktischen Bezug. Mich interessiert, in welchen Situationen und unter welchen Bedingungen Coaching erfolgreich sein kann. Viele unserer Studierenden stehen vor wichtigen Karriereentscheidungen. Die erste wichtige Entscheidung haben sie bereits getroffen: das Studium an der GoBS aufzunehmen. Die Frage ist: Wie können sie die neuen Fähigkeiten, die sie durch das Studium erworben haben, am besten für die zukünftige Karriere nutzen. Und wie kann Coaching zuverlässig und messbar dazu beitragen?

Ein anderer Punkt, der mich interessiert, hat mit meiner langjährigen globalen Berufspraxis zu tun: Cultural Awareness. Wie kommuniziert man erfolgreich in einem globalen Unternehmen? Inwiefern kann ein Unternehmen durch den Einsatz von Mentoring und Coaching – insbesondere, wenn fremde Kulturen aufeinandertreffen – zuverlässig Talente fördern und entwickeln?

Sie blicken auf eine mehr als 25-jährige praktische Erfahrung in der Wirtschaft zurück. Wie wichtig ist Ihnen die Verbindung von theoretischem Wissen mit der Praxis in der Lehre?

Diese Verbindung ist mir sehr wichtig. Schon in meiner Studienzeit habe ich am meisten von Praktikern gelernt. Darum bemühe ich mich auch in meinen Lehrveranstaltungen, theoretische Konstrukte mit praktischen Beispielen zu belegen. Es gibt viele Theorien, die unsere komplizierte Wirklichkeit in einem Modell abbilden – aber eben nur unzureichend, so dass keine Allgemeingültigkeit besteht. Die Studierenden sollen den Gedanken eines Modells anwenden können. Gleichzeitig sollen sie im Blick behalten, dass niemals nur ein Erklärungsmodell richtig ist. Was angemessen ist und was weniger, muss immer auf die jeweilige Situation bezogen werden, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Der MBA galt lange Zeit als Einstieg in das gehobene Management. Ist das noch so?

Hier muss man unterscheiden. Für das deutsche Bildungssystem ist der MBA ja relativ neu. Vorher gab es nur den fachspezifischen Abschluss oder den Diplomkaufmann. Das war für viele Naturwissenschaftler und Fachleute anderer Bereiche problematisch, die in die Unternehmensführung wollten. Es gab keine Verbindung zwischen ihrem Fach und dem notwendigen kaufmännischen Wissen – ohne dieses Wissen kann man kein Unternehmen leiten! Mit dem Studiengang zum Wirtschaftsingenieur, der technisches und kaufmännisches Wissen erstmals verband, wurde dieses Dilemma erfolgreich überwunden – aber eben nur für Ingenieure!

Im angelsächsischen Raum ist es dagegen immer so gewesen, dass Studierende zuerst ein  technisches Fach studieren und danach, meistens nach mehreren Jahren Berufserfahrung, das notwendige kaufmännische Wissen durch einen MBA erwerben, um qualifiziert für das gehobene Management zu sein. Inzwischen gibt es diese Möglichkeit auch in Deutschland und ich empfehle allen, sich das notwendige kaufmännische Wissen durch einen MBA zu erwerben. Kaufmännisches Wissen ist unverzichtbar für eine Managementkarriere!

Welcher Berufstätige sollte sich für den MBA-Abschluss entscheiden?

Der Studiengang empfiehlt sich für alle, die sowohl Unternehmens- als auch Fachbereichsverantwortung übernehmen wollen. In der Wirtschaft ist fachliches und kaufmännisches Wissen nötig, wenn man beruflich aufsteigen möchte, insbesondere in die Managementebene.

Was ist das Besondere am MBA-Studiengang der GoBS?

Das ist vor allem die praktische Orientierung. Wir holen einerseits die Studierenden da ab, wo sie sind. Ihre Vorqualifikationen und Leistungen werden anerkannt. Das Studium ist durch die Module passgenau darauf abgestimmt. Das erhöht die Durchlässigkeit auf dem Bildungsmarkt. Anderseits sind die Lehrenden – wie ich – zum großen Teil auch praktisch tätig und bringen das auch in ihre Veranstaltungen ein.

Worauf legen Sie in der Lehre besonderen Wert?

Die Studierenden sollen nicht bloß Fakten auswendig lernen, sie sollen die Inhalte verstehen. Das geht am besten über Fallstudien und viele Diskussionen, in denen sie das Erlernte anwenden können. Am meisten profitieren sie, wenn sie über die Situation im eigenen Unternehmen nachdenken. Indem sie hier das Gelernte anwenden, finden sie gleich Lösungsmöglichkeiten für ihr aktuelles Problem im Unternehmen.

Studienberatung
Fragen? Rufen Sie uns an.
E-Mail: » studienberatung@go-bs.de