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Berufsbegleitend zum Master of Business Administration (MBA): Interview mit Prof. Dr. Jochen Holler

Prof. Dr. Jochen Holler von der GoBS
Prof. Dr. Jochen Holler

Ob als Mitarbeiter im mittelständischen Unternehmen mit Karriereperspektiven in Richtung Führungsebene oder als Unternehmensgründer, dem die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse für Aufbau und Führung des eigenen Geschäfts noch fehlen: Der berufsbegleitende MBA-Studiengang an der GoBS vermittelt genau die Kompetenzen für individuelle Ziele. Wie das in der Praxis aussieht, verrät Prof. Dr. Jochen Holler im Interview.

Was lehren Sie an der GoBS?

Jochen Holler: Ich lehre die Fächer „Finanzierung“, „Unternehmensbewertung“ und „Turnaround Management“.

Wie sind Sie an die GoBS gekommen?

Jochen Holler: Ich hatte eine Anzeige der FOM Hochschule ausgeschnitten und aufbewahrt, weil mir das Konzept des berufsbegleitenden Studiums gefallen hat. Ich habe ja selbst neben dem Beruf studiert und später an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) gelehrt. Nach zwei Jahren fiel mir die Anzeige der FOM wieder in die Hände und ich habe mich initiativ 2008 an der FOM als Dozent beworben. Daraufhin lehrte ich 4 Jahre an der FOM Hochschule, 2011 bin ich an die neue Hochschule GoBS gewechselt.

Was sind Ihre Forschungsschwerpunkte?

Jochen Holler: Ich beschäftige mich schon lange mit empirischer Kapitalmarktforschung. Zu diesem Thema habe ich mit Grundlagenforschung promoviert. Dabei habe ich Testverfahren überprüft und neue Ansätze für diesen Bereich entwickelt.

Der MBA galt ja lange Zeit als Einstieg in das gehobene Management. Ist das noch so?

Jochen Holler: Das stimmt so nicht mehr, denn der MBA ist eine generalistische Ausbildung und nicht überall sind Generalisten gefragt. In Konzernen findet man ein gehobenes Management mit verschiedenen Spezialisten, der Mittelstand hingegen verfügt in der Regel nicht über eine hohe Anzahl verschiedener Spezialisten. Dort sind Generalisten gefragt. An diese Anforderung der Berufswelt orientiert sich die GoBS mit ihrem MBA-Studiengang, vor allem mit dem gestaffelten Studienmodell. Heute müssen Fachleute aus verschiedenen Bereichen über grundsätzliche Qualifikation verfügen. Sie müssen budgetieren, planen, steuern – also Managementaufgaben erfüllen. Diese Kenntnisse vermittelt der Studiengang.

Welcher Berufstätige sollte sich für den MBA-Abschluss entscheiden?

Jochen Holler: Wer sich als technisch orientierter Angestellter mit den genannten Managementaufgaben befasst oder in Zukunft befassen muss, profitiert von dem MBA. Wenn die Projekte größer werden, sollte ein Projektleiter mit seinen Aufgaben wachsen. Das MBA-Studium hilft hier mit fundiertem Fachwissen.

Was ist das Besondere am MBA-Studiengang der GoBS?

Jochen Holler: Aus meiner Sicht sind das die Zielrichtung und die Struktur des Studiengangs. Anders als an anderen Hochschulen konzentriert sich die Wissensvermittlung in diesem Studiengang nicht auf Themen aus Konzern, sondern auf die Strukturen von mittelständischen Unternehmen. Dabei wird besonders auf den Praxisbezug geachtet. Insgesamt wird an der GoBS vieles – zum Beispiel das Heranführen an den englischsprachigen Unterricht – schrittweise vollzogen. Dieses Konzept kam bei der FIBAA-Akkreditierung gut an, weil es eine andere Zielgruppe anspricht und so Bildungschancen in der Gesellschaft erhöht.


Welche Zielgruppe spricht der Studiengang denn an?

Jochen Holler: Die Studierenden kommen querbeet aus allen Branchen. Sie sind Banker, Verwaltungsangestellte, Mediziner, Künstler oder Ingenieure. Diese heterogene Gruppe hat einen besonderen Reiz für mich als Dozenten. Die Studierenden bringen sehr unterschiedliche Sichtweisen mit. Der Arzt hat einen anderen Ansatz als der Opernsänger, aber beide brauchen Managementwissen, um in ihren Bereichen erfolgreich zu sein. Meine Lehrveranstaltungen haben deshalb eine seminaristische Ausrichtung mit Möglichkeit zu vielen Diskussionen, jeweils bezogen auf die Bedürfnisse der Studierenden. Das erlernte Wissen wird hauptsächlich über Haus- oder Projektarbeiten abgefragt, die dann bewertet werden. Dabei stelle ich eine Themenliste zur Wahl oder der Studierende sucht sich ein eigenes Thema zur Bearbeitung. Das ist eine Mischung aus praktischer Umsetzung und theoretischem Fundament. So bemerke ich, wo die Interessen der Studierenden liegen, und kann meine Seminare anpassen. Das Studium wird so für die Beteiligten zielgerichteter.

Worauf legen Sie in der Lehre besonderen Wert?

Jochen Holler: Meine Fächer sind wegen der quantitativen Orientierung nicht besonders beliebt. Deshalb setze ich auf einen niedrigschwelligen Ansatz. Ich möchte die Studierenden langsam an die Thematik heranführen. In kleinen Gruppen ist individuelle Betreuung zum Glück möglich. Mir ist wichtig, alle mitzunehmen und niemanden unterwegs zu verlieren, auch wenn die Thematik für viele schwierig ist.

Ich möchte die Studierenden, lehren in Alternativen zu denken. Es ist eine Art Denkschule: Ich kann mich erst für eine Alternative entscheiden, wenn ich über die unterschiedlichen Konsequenzen nachgedacht habe. Bei mir lernen die Studierenden unterschiedliche Beurteilungsansätze sowie den Aufbau von Denkmodellen kennen. Eine Studierende hat zu mir gesagt: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so denken kann.“ Die Studierenden erweitern so im wahren Sinne des Wortes ihren Horizont. Sie trauen sich, Türen zu öffnen, weil sie Handlungsalternativen gezeigt bekommen, um Probleme zu lösen. Diese Entwicklung der Studierenden mitzuerleben, macht den Reiz meiner täglichen Arbeit an der GoBS aus.

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